Die Darm-Hirn-Achse und wie Du sie Dir zu Nutzen machst

Gefühle „schlagen uns auf den Magen“ und vor Aufregung haben wir „Schmetterlinge im Bauch“? Unsere alltägliche Sprache deutet auf eine kuriose Verbindung hin, welcher sich die wenigsten bewusst sind: die Darm-Hirn-Achse. Doch gibt es diese Achse tatsächlich, und wenn ja, was bringt uns dieses Wissen überhaupt? Antworten auf diese und weitere Fragen erhaltet Ihr hier!

Die Darm-Hirn-Achse und wie Du sie Dir zu Nutzen machst

Gefühle „schlagen uns auf den Magen“ und vor Aufregung haben wir „Schmetterlinge im Bauch“? Unsere alltägliche Sprache deutet auf eine kuriose Verbindung hin, welcher sich die wenigsten bewusst sind: die Darm-Hirn-Achse. Doch gibt es diese Achse tatsächlich, und wenn ja, was bringt uns dieses Wissen überhaupt? Antworten auf diese und weitere Fragen erhaltet Ihr hier!

Darm-Hirn-Achse: Wer, was, wie?

Störungen des Verdauungstrakts, wie das Reizdarmsyndrom, treten immer häufiger auf und werden oft mit Stress in Zusammenhang gebracht. Ein hektischer Alltag mit wenig Pausen und Zeit für sich selbst führt besonders, aber nicht nur, bei Reizdarm-Patienten zu unangenehmen Reaktionen in der Magen- und Darmgegend.

Wissenschaftler der ganzen Welt gehen diesem und ähnlichen Phänomenen seit einigen Jahren nach. Sie erkannten, dass die Zusammensetzung der Darm-Bakterien – dem sogenannten Mikrobiom – bei Betroffenen häufig Unterschiede zu „gesunden“ Personen aufweist. So verhält es sich neuster Studien zu Folge auch bei vielen Patienten, die unter Depressionen leiden. Ihr Mikrobiom zeigt oft einen auffälligen Mangel an bestimmten Bakterien.

Aber können die unzähligen Bakterien unseres Verdauungstrakts tatsächlich Einfluss auf unsere Psyche und Fitness haben?

Wissenschaft oder Pharma-Masche?

Die Medizinforschung arbeitet vermehrt daran, der Verbindung von Darm und Hirn auf den Grund zu gehen. Immer mehr Studien befassen sich mit dieser wichtigen Verbindung. So auch das Flemish Gut Flora Project. Ziel dieses Projekts war es, eine Grundlage für zukünftige Untersuchungen zu schaffen, indem sie die Mikrobiota von über 1000 „gesunden“ Menschen untersuchten.

Forscher der katholischen Universität Löwen nutzen diese Grundlage, um die Darm-Hirn Verbindung weiter zu untersuchen. Sie zeigten, dass bestimmte Bakterien über ihren Stoffwechsel das menschliche Gehirn beeinflussen können: Die Bakterien unserer Darmflora ernähren sich von dem, was wir täglich zu uns nehmen. Sie verarbeiten unsere Nahrung und versorgen so den Körper mit den darin enthaltenen Nährstoffen. Dieser Stoffwechsel der Bakterien produziert zum Beispiel Butyrat, wodurch sie Einfluss auf die Energieversorgung des Körpers nehmen.

Eine Biologin an der University of California in Los Angeles zeigt sogar einen Einfluss der Darmbakterien auf die Serotoninproduktion der Zellen im Dickdarm. Diese und zahlreiche weitere Untersuchung deuten darauf hin, dass die Darm-Hirn-Achse in der Wissenschaft durchaus ernst genommen wird und wir die Augen offenhalten sollten, um weitere spannende Ergebnisse nicht zu verpassen.

Gut zu wissen, aber was jetzt?

Aber was bringen uns diese spannenden, doch zunächst unpraktischen Informationen über die Darm-Hirn-Achse denn nun im Alltag?

Die Forschung auf diesem Gebiet bringt langsam neue Therapien und Medikamente auch in deutsche Arztpraxen, wie beispielsweise die Stuhltransplantation zur Behandlung von Reizdarm. Doch diese werden zunächst langsam etabliert.

Das Wissen über die Darm-Hirn-Achse kann jedoch auch über die alltägliche Ernährung umgesetzt werden. Der Griff zu ballaststoffreichem Müsli am Morgen, oder fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut und Kimchi am Abend gibt unseren unzähligen Darm-Bakterien einen regelrechten Energie-Kick. Dank der Darm-Hirn-Achse wissen wir jetzt also, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung auch unserer mentalen Fitness etwas Gutes tun kann.

 

Begriffe:

Mikrobiom = Gesamtheit der Gene aller Mikroorganismen, die in einer bestimmten Umgebung leben – zum Beispiel dem menschlichen Körper. 

Darmflora = Die Gesamtheit der uns besiedelnden Mikroorganismen, wie Bakterien und Hefepilze; ein etwas veralteter Begriff für die intestinale Mikrobiota